Heidehof Stiftung GmbH
www.heidehof-stiftung.de Kontakt    Anfahrt    Antragstellung    Impressum    Sitemap    Suche
Sie befinden sich hier: Startseite > Aktuelles

Änderung in der Geschäftsführung

Leider gibt es Dinge, die zu Ende gehen, auch wenn man es noch so sehr bedauert: Zum 31.12.2009 scheidet Herr Wilfried Börgerling altershalber aus der Geschäftsführung der Heidehof Stiftung aus. Nach seinem mehr als 20-jährigen, erfolgreichen und engagierten Einsatz für die Stiftung wird er dann zum 31.03.2010 in den Ruhestand treten. Die neuen Zuständigkeiten für die Förderbereiche finden Sie auf den entsprechenden Seiten dieser Homepage.

3. Forum Heidehof Stiftung: Aus dem Bestehenden ausbrechen – Schulentwicklung am Beispiel der Heusteigschule

(Moderation: Lutz Bessel)

25. November 2009, 16:00 – 19:00 Uhr Heidehofstraße 35 A, 70184 Stuttgart

  • Begrüßung W. Börgerling, A. Urban, Geschäftsführer der Heidehof Stiftung
  • Die Rolle und Funktion von Jugendsozialarbeit in der Schule
    Matthias Pallerberg, Caritas Jugend- und Familienhilfe, Stellvertretende Bereichsleitung, Fachdienstleitung Mobile Jugendarbeit / Schulsozialarbeit
  • Prozessorientierte Organisationsentwicklung in und an der Schule
    Thommy Engel und Holger Lörz, engel consulting
  • Berichte aus der Praxis der Akteure der Heusteigschule
    Frau Pucci (Schulsozialarbeiterin), Herr Schmidt-Rüdt (Schulleiter), Frau Reinhardt (Lehrerin), Herr Schaller (Lehrer)
  • Diskussion: Möglichkeiten in der Stuttgarter Hauptschullandschaft für eine erfolgreiche Schulentwicklung – Bestandsaufnahme und Ausblick
  • Kleiner Imbiss und Ausklang

Eine Anmeldung mit Angabe der Personenzahl und des Namens der Teilnehmer per Telefax 0711 99 37 56 25 an die Heidehof Stiftung GmbH wird bis zum 10.11.09 erbeten.

Einige ausgewählte, von der Heidehof Stiftung geförderte Projekte:

Bereich Bildung

„Sichere Schule - Gewalt geht alle an“, Deutscher Kinderschutzbund, Ulm/Neu-Ulm (Homepage hier, Kontakt hier)
Gewalt unter Kindern und Jugendlichen hat verschiedene Gesichter und findet oft verdeckt statt. Die Betroffenen schweigen, die Eltern erfahren häufig nichts, die Lehrer sind sich unsicher in der Beurteilung der Situation. Das Projekt will die Zusammenarbeit aller Beteiligten fördern und so die Schule zu einem Ort machen, der als „sicher“ erlebt werden kann. Das Projekt ist für die 6. und 7. Jahrgangsstufe aller Schularten konzipiert und wurde zunächst nur an Ulmer Schulen durchgeführt. In der Zwischenzeit wurde es aber auch auf Schulen im Landkreis Neu-Ulm und Alb-Donau Kreis ausgedehnt. Es beinhaltet Infoveranstaltungen und Vorgespräche für die Lehrer, Elternabende, Trainingseinheiten mit den Schülern mit nachfolgenden Auswertungsgesprächen und als Abschluss ein Theaterstück zum Thema Mobbing. Das Projekt wurde von Eltern und Lehrern durchweg begrüßt. Es bestand ein riesiges Interesse der Schulen an der Teilnahme am Projekt. Am Schluss der Projekteinheiten war ein gutes Vertrauensverhältnis zu den Schülern aufgebaut worden, so dass überlegt wird, ob die teilnehmenden Klassen nicht nach geraumer Zeit nochmals besucht werden sollten. Wegen des starken Interesses am Thema wurden an drei Schulen separate, schulinterne Lehrerfortbildungen zum Thema „Gewalt“ durchgeführt. Für die Zukunft wird versucht, weitere Schulen, auch in anderen Landkreisen, für das Projekt zu gewinnen.

„Unterstützung beim Selbstmanagement von Kompetenzen für Schüler/innen des Abendgymnasiums Stuttgart“, Abendgymnasium, Stuttgart (Homepage hier, Kontakt hier)
Seit Mitte der 90er Jahre hat sich bundesweit ein deutlicher Wandel an den Abendgymnasien vollzogen. Insbesondere ist die Bedeutung für die Integration junger Migrant/innen enorm gestiegen. Frühere Generationen von Schüler/innen hatten sich an den Abendschulen um ihren sozialen Aufstieg bemüht, die heutigen Schüler/innen kämpfen gegen die gesellschaftliche Exklusion an. Im Rahmen dieses Pilotprojektes sollte erprobt werden, inwieweit ein Kompetenzmanagementangebot dazu beitragen kann, die Schüler/innen besonders zu fördern. Die Selbstdisziplin, Selbstmarketing-Fähigkeiten und das Selbstlernen der Schüler/innen sollten gestärkt werden und gleichzeitig sollte das Lehrerteam des Abendgymnasiums so qualifiziert werden, dass nach Abschluss des Projektes und unter Einbeziehung der gemachten Erfahrungen solche Angebote in eigener Verantwortung durch Lehrer des Abendgymnasiums durchgeführt werden können. Die Schülerkurse wurden als Ferienkurs bzw. als Samstagskurse angeboten, wobei sich das Samstagsangebot nicht bewährt hat. Ganz offensichtlich gibt es zwei entscheidende Faktoren:

  • die Teilnehmer/innen müssen die Kurse als für sich von Bedeutung/von Nutzen erkennen und
  • sie müssen so angeboten werden, dass sie nicht mit den sonstigen (Arbeits-) Verpflichtungen der Teilnehmer/innen kollidieren.
Im Nachhinein musste festgestellt werden, dass vor allem der zweite Faktor in der Vorbereitung unterschätzt wurde. Aus Sicht der Schulleitung bzw. Lehrer ist die Zielsetzung, dass Kompetenzmanagementangebote dauerhaft als Teil des Unterrichtsangebots am Abendgymnasium etabliert werden, damit hierdurch keine Überbelastung bzw. zusätzliche Überstundenverpflichtung für die Lehrer entsteht. Weiterhin stellte sich heraus, dass ein Kompetenzmanagementangebot in der Unterstufe die Funktion einer Bildungs- und Karriereberatung übernehmen könnte, welche dringend notwendig ist. Insgesamt gesehen ist es auf jeden Fall notwendig, weitere Lehrer zu qualifizieren und Mittel hierfür zu erhalten, damit das Angebot überhaupt in den Unterricht integriert werden kann.

Bereich Soziales

Projekt „Ich werde tätig“, Gruppe für Frauen, die von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind, BIFF – Psychosoziale Beratung und Information für Frauen und Mädchen e. V., Hamburg (Homepage hier, Kontakt hier)
Das Projekt war für Frauen konzipiert, die aufgrund gesellschaftlicher Faktoren und individueller Gründe wenig Chancen haben, in absehbarer Zeit eine Arbeit auf dem 1. Arbeitsmarkt zu finden. Das Ziel war es, diesen Frauen ein längerfristiges Unterstützungsangebot zu geben, um den negativen Folgen der Langzeitarbeitslosigkeit aktiv entgegenwirken zu können. Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass alle Fauen sehr von dem einjährigen Gruppenangebot profitiert haben. Wichtig war hier vor allem, die Gruppe als eine solidarische Gemeinschaft erlebt zu haben, die sich positive auf das Lebensgefühl der einzelnen Frauen auswirkte. Die gegenseitig erfahrene Ermutigung und Unterstützung wirkte gegen die Rückzugstendenzen und die erlebte Schuld und Scham, nicht mehr „funktionstüchtig“ zu sein und die Arbeitslosigkeit als eigenes Versagen abzubuchen. Die Erfahrung, sich stetig der Realisierung vorgenommener Ziele zu widmen, die damit einhergehenden Rückschläge zu meistern, Hilfe annehmen zu können und diese auch anderen Mitfrauen zu geben, schaffte ein hohes Maß an Vertrauen in die eigene Fähigkeit, wieder tätig sein eigenes Leben in die Hand zu nehmen. Positiv bewertet wurden auch die konkreten Hilfestellungen, z. B. im Umgang mit der Arge oder bei der Bewältigung individueller Probleme im Alltag. Auf Wunsch der Frauen wird ein Nachtreffen organisiert.

Projekt „Ausbildung von Integrationslotsen in den Landkreisen Goslar und Osterode“, Sonnenberg-Kreis e. V., St. Andreasberg (Homepage hier, Kontakt hier)
In diesem Projekt zur Ausbildung ehrenamtlicher Integrationslotsen mit Migrationshintergrund steht der Austausch von Behörden und von anderen Institutionen mit den Immigranten im Vordergrund. Die ausgebildeten Lotsen sollen als vermittelndes Element eine Brücke zwischen Immigranten und Interessenvertretern verschiedener Organisationsstrukturen bilden und so eine praktische Lebenshilfe für andere Immigranten bieten. Die Teilnehmer durchlaufen hierzu einen mehrstufigen Prozess, bei dem zunächst die eigene Biografie aufgearbeitet wird. Sie lernen dadurch auch, unterschiedliche Lebensansichten wahrzunehmen und zu akzeptieren. Weiterhin sollen die Entscheidungskompetenzen der zukünftigen Lotsen entwickelt und gefördert, aber auch die Fähigkeit zur Selbsthilfe und Eigeninitiative unterstützt werden. Damit unterscheidet sich dieses Integrationslotsenprojekt grundsätzlich von den Orientierungskursen, in denen ausschließlich Informationen über die Organisationsstrukuten in Deutschland vermittelt werden. Als Fazit lässt sich feststellen, dass die Qualität der Ausbildung der Integrationslotsen sehr hoch ist, sich jedoch einige Schwachstellen feststellen lassen. Die meisten Teilnehmer empfanden sich selbst als gut vorbereitet und stark motiviert, es wurde allerdings eine Weiterführung der Ausbildung gewünscht. In Zukunft muss noch besser auf die eigenen Randgruppen (Frauen und Jugendliche) innerhalb des Projektes geachtet werden. Auch wäre es sinnvoll, mehr deutsche Lotsen ins Projekt einzubinden, damit auch unter den Lotsen eine umfassendere Integration stattfindet. Sehr wichtig ist es, das Netzwerk auszubauen und als unverzichtbaren Baustein innerhalb der Förderung der Integration zu etablieren.

„KAT-Projekt - KATalysator für Entwicklungsprozesse von schulmüden Jugendlichen im Übergang Schule - Beruf“, Jugendwerkstatt Köln-Klettenberg e.V. (Homepage hier, Kontakt hier)
Dem Problem der Schulmüdigkeit begegnet das Projekt mit einem zeitgemäßen Empowerment-Ansatz und gewährleistet so eine auf die Schülerin/den Schüler individuell abgestimmte Mischung aus Coaching und modular aufgebautem Angebotssystem. Im September 2006 wurde das KAT-Projekt als außerschulischer Lernort durch das Schulamt der Stadt Köln anerkannt. Damit verbunden war eine Beteiligung an der zukünftigen Projektfinanzierung sowie die Möglichkeit, dass in Kooperation mit der Hauptschule Mommsenstrasse eine Lehrerin dieser Schule im Rahmen des KAT-Projektes unterrichtet. Auf der Homepage findet man unter „Downloads“ den KAT-Bericht (ohne Fotos) sowie einen Hinweis auf die Möglichkeit, eine CD mit dem Gesamt-Bericht anzufordern.

Bereich Behindertenförderung

Projekt „Tiergestützte Verhaltensänderung bei Menschen mit Kommunikationsbeeinträchtigungen“, Berufsbildungswerk Leipzig für Hör- und Sprachgeschädigte gGmbH (Homepage hier, Kontakt hier)
Das Projekt hatte das Ziel, ein Trainingsverfahren für Menschen mit Gehörlosigkeit, Schwerhörigkeit oder sprachlichen Beeinträchtigungen zu entwickeln und zu evalieren, welches immer dann zum Einsatz kommen kann, wenn in einem klassischen psychologischen Interventionsprozess kommunikative Grenzen erreicht werden. Diese Grenzen würden ohne nonverbale Unterstützung ein effektives Bearbeiten von Verhaltensbesonderheiten erschweren oder verhindern. Als Kooperationspartner hierfür konnte die Universität Leipzig, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, gewonnen werden. Es wurde ein Konzept für die Durchführung der Trainingseinheiten auf der Grundlage der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeiten für den Einsatz von Hunden in einem diagnostischen/interventiven Setting erarbeitet, ein Untersuchungsplan für die Erfassung der Trainingseffekte aufgestellt. Weiterhin wurde eine Versuchs-Kontrollgruppen-Untersuchung durchgeführt und evaluiert. Nach Auswertung der gewonnenen Erfahrungen wurden Trainingseinheiten mit dem weiterentwickelten Konzept durchgeführt und erstmals mit Gruppensettings gearbeitet. Alle Jugendlichen lernten mit den Hunden zu kommunizieren, ihre eigenen Wünsche klar zu formulieren und diese durchzusetzen bzw. zurückzustellen. Die Jugendlichen beurteilten die Maßnahme durchweg als positiv. Es wurde eine Fachtagung „Tiergestützte Therapie mit kommunikationsbeeinträchtigten Menschen“ durchgeführt. Veröffentlichungen in Fachzeitschrifen sind geplant. Aufgrund des immer größeren Bedarfs wird eine Maßnahme mit dem Schwerpunkt in der Vermittlung sozialer Fähigkeiten und Konfliktlösungskompetenzen im Rahmen der in der Gruppe durchgeführten hundegestützten Intervention durchgeführt werden.

Projekt „InPUT Individuelle Platzierung, Unterstützung und Training“, Rudolf-Sophien-Stift, Stuttgart (Homepage hier, Kontakt hier)
Das Ziel des Job-Coach-Projektes InPUT ist die Realisierung eines an deutsche Verhältnisse angepassten „Supported-Employment“-Ansatzes. Bei diesem in den USA seit langem erfolgreichen Ansatz wird für eine ausgewählte Zielgruppe chronisch psychisch Kranker eine sofortige Platzierung auf einem Trainingsarbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vorgenommen, das erforderliche Training schließt sich dann erst an. Dieser Ansatz entspricht den Bedürfnissen vieler Betroffener, unter möglichst normalen Bedingungen zu leben und zu arbeiten. Die Maßnahme wurde von den Teilnehmern insgesamt als sehr positiv aufgenommen. Sie erlebten das Angebot nicht als Kränkung und fühlten sich nicht abgewertet, wie das bei herkömmlichen WfbM immer wieder vorkommt. Gerade bei Beginn der Maßnahme wirkten die Teilnehmer deutlich aufmerksamer, motivierter und erwartungsvoller als die Teilnehmer des klassischen Eingangsverfahrens. Es wurden ca. 25 % der Gesamtbelegung des Berufsbildungsbereiches extern platziert, was dann auch ungefährt dem Prozentsatz der WfbM-Klientel entspricht, die sich auf einem ausgelagerten Trainingsplatz fördern lässt. Zugleich zeigt dies jedoch auch, dass es wichtig ist, die Plätze innerhalb der WfbM als Alternative vorzuhalten, zur Überbrückung von Wartezeiten und als Auffangmöglichkeiten bei Krisen, um Abbrüche und Überforderung zu vermeiden. InPUT wurde in mehreren Kliniken und Tagungen vorgestellt. Des Weiteren wurde das Projekt als fester Bestandteil in die Angebotspalette des Rudolf-Sophien-Stiftes integriert. Der Aufbau eines ausgelagerten Arbeitsbereiches wird geprüft.

„ISaR - Integration von Kindern mit Sehschädigung an Regelschulen“, Universität Dortmund, Fakultät Rehabilitationswissenschaften, Rehabilitation und Pädagogik bei Blindheit und Sehbehinderung (Homepage hier, Kontakt hier)
In Deutschland hat die seit vielen Jahren geführte Diskussion um die schulische Integration von Menschen mit Behinderungen zu einer Vielzahl unterschiedlicher Modelle und Maßnahmen geführt. Diese Vielfalt birgt die Gefahr der Vereinzelung und kann die Bündelung von Kräften und Ressourcen verhindern. Wird ein Kind mit Sehschädigung integrativ beschult, kann es geschehen, dass die didaktischen, methodischen und organisatorischen Maßnahmen jeweils und von jeder Schule neu erfunden und erarbeitet werden.
Das Projekt ISaR versucht einen Beitrag zur Lösung dieser Probleme zu leisten durch:

  • Aufbau einer Datenbank mit Fachliteratur, Erfahrungsberichten, Materialien zur Gestaltung des gemeinsamen Unterrichts;
  • Entwicklung und Aufbau eines Didaktikpools;
  • Aufbau einer Beratungsstelle;
  • Entwicklung von Aus- und Weiterbildungsmodulen für LehrerInnen.

„KiSS - Kompetente, integrierende Sexualpädagogik für Menschen mit körperlicher Schädigung an der Förderschule“, Universität Dortmund, Fakultät Rehabilitationswissenschaften, Rehabilitation und Pädagogik bei Körperbehinderung (Homepage hier, Kontakt hier)
Das Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Evaluation eines integrierenden Konzeptes der Sexualpädagogik durch Kompetenzerweiterung aller Beteiligten:

  • die Entwicklung und Evaluation eines schulinternen Fortbildungskonzeptes für die Lehrer/-innen,
  • die Entwicklung und Evaluation eines leistungsdifferenzierten und fächerübergreifenden Unterrichtskonzeptes sowie die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien an der Förderschule,
  • die Verbesserung von Informationsangeboten für Erziehungsberechtigte.
Das Projekt wird in Kooperation mit
  • der Helen-Keller-Schule, Essen,
  • der Hedwig-Dransfeld-Schule, Werl,
  • der Christophorusschule, Bonn,
  • und dem Lore-Agnes-Haus der AWO, Essen,
durchgeführt.

Bereich Umwelt

Projekt „Affenschutz in Asien: Hilfe für bedrohte Pluploris, Schulungsmaterial für Vollzugsbeame“, PRO WILDLIFE e. V., München (Homepage hier, Kontakt hier)
Auf der 14. Konferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens im Juni 2007 wurde für alle Plumplori-Arten (Nycticebus spp.) einstimmig ein absolutes Handelsverbot beschlossen und trat kurz darauf in Kraft. Um den Vollzug in den Herkunftsländern zu verbessern, sollen Mitarbeiter von Zoll- und Polizeibehörden in Workshops geschult werden. Es wurde Informationsmaterial entwickelt und gestaltet, das für Schulungen in China, Kambodscha, Thailand, Malaysia, Vietnam und Indonesien verwendet werden soll. Der Inhalt wurde in Zusammenarbeit mit der Oxfort Brookes-Universität in England erarbeitet. Inhaltlich umfasst das Schulungsmaterial die Beschreibung der fünf Nycticebus Arten in Wort und Bild, den Schutzstatus und die gesetzlichen Bestimmungen für den internationalen und jeweils nationalen Handel, die Erstversorgung der konfiszierten Tiere sowie Kontakte zu Experten und Behörden vor Ort. Das Schulungsmaterial wurde in folgende Sprachen übersetzt: Englisch, Chinesisch, Indonesisch, Vietnamesisch, Khmer, Malaysisch und Thailändisch. Das Schulungsmaterial wurde den zuständigen Behörden in den einzelnen Ländern sowie einigen Organisationen zur Verteilung zur Verfügung gestellt.

Projekt „Naturschutzauktion Westlicher Bodensee“, Bodensee-Stiftung, Radolfzell (Homepage hier, Kontakt hier)
Das Projekt wollte vornehmlich Wirtschaftsunternehmen über die Möglichkeiten informieren, sich konkret für den Erhalt und die Entwicklung der Biodiversität in der westlichen Bodenseeregion einzusetzen. Dazu wurde ein Fachseminar zum Thema „Unternehmen und biologische Vielfalt“ gemeinsam mit der IHK Hochrhein-Bodensee durchgeführt. Erstmalig wurde außerdem das Instrument der Naturschutzauktion in der Region erprobt. Naturschutz- und Landschaftspflegeleistungen müssen finanziert werden. Da staatliche Gelder immer knapper werden, bietet das Instrument der Naturschutzauktion eine interessante Möglichkeit, Gelder aus der regionalen Wirtschaft für den Naturschutz, die Landschaftspflege und den Erhalt der Kulturlandschaft zu gewinnen. Die Auswahl geeigneter Auktionsobjekte gestaltete sich schwieriger als erwartet, da besonders auf Seiten der Naturschutzverbände eine gewisse Skepsis herrschte. Bei den Landwirten jedoch wurde das Projekt mit großem Interesse aufgenommen. Bei der Auktion selbst war ein hoher Anteil an Privatpersonen zu verzeichnen, jedoch eine geringe Beteiligung der Wirtschaft. Nach der Auktion wurden über die versteigerten Maßnahmen Pflegeverträge mit den verantwortlichen Partnern abgeschlossen und allen erfolgreichen Steigerern ein Zertifikat sowie eine Spendenbescheinigung zugestellt. Die Pflegeverträge wurden auf der Basis der üblichen Landschaftspflegeverträge erstellt und in Abstimmung mit den Vertragspartnern auf die individuellen Objekte und Situationen angepasst. In Zukunft sollen weitere Auktionen folgen, wobei noch stärker auf die persönliche Identifikation mit den Objekten abgezielt werden soll und die neu entwickelten Instrumente weiter angepasst werden. Darüber hinaus sollen die Auktionen an bereits bestehende Veranstaltungen der Wirtschaft angeknüpft werden.

Bereich Gesundheit

Projekt „Stressbewältigungstraining (SBT) für psychisch kranke Menschen – Pilotstudie in einer WfbM über ein Gruppenprogramm zur Unterstützung der beruflichen Rehabilitation“, Rehabilitationszentrum Rudolf-Sophien-Stift GmbH, Stuttgart (Homepage hier, Kontakt hier)
In dieser Pilotstudie wurden die Auswirkungen des neu eingeführten Stressbewältigungstrainings (SBT), das in der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) des Rehabilitationszentrums Rudolf-Sophien-Stift durchgeführt wurde, untersucht. Das Gruppenprogramm hatte die Zielsetzungen, die psychisch behinderten Teilnehmer zu unterstützten, funktionale Bewältigungsstrategien zu fördern, Über- und Unterforderung zu vermeiden und positives Erleben zu stärken. Es wurde ein Vergleichsgruppendesign mit Wartegruppe gewählt. Die Trainingsgruppe erhielt ergänzend zu den Angeboten der WfbM (Arbeitstraining und berufsbegleitende Einzel- und Gruppenanagebote wie z. B. Schulunterricht, Sozialberatung) ein Stressbewältigungstraining. Die Vergleichsgruppe erhielt ausschließlich Regelangebote der WfbM. Es fand vor und nach dem Training eine Erhebung statt. Im Prä-post-Vergleich der Trainingsgruppe wurde eine tendenzielle Reduktion der Beschwerden allgemein und insbesondere in den Bereichen Somatisierung, Ängstlichkeit, Zwanghaftigkeit und paranoides Denken festgestellt. Die Teilnehmer gaben an, dass die Lebensqualität in den Bereichen Leistungsvermögen, Genuss- und Entspannungsfähigkeit, positive und negative Stimmung sich verbessert hat. Im Hinblick auf Kompetenz- und Kontrollüberzeugungen wird eine tendenzielle Zunahme internaler Kontrollüberzeugungen festgestellt. Im Hinblick auf die Krankheitsverarbeitung und die vorherrschenden Copingstile wurde eine tendenzielle Steigerung aktiver problemorientierter Copingstile festgestellt. Im Problemlösetraining gaben in der Selbsteinschätzung insgesamt 84,2 % der Teilnehmer an, dass sie eine positive Veränderung hinsichtlich eines ausgewählten Problembereichs bewirken konnten. Aus methodischer Sicht ist anzumerken, dass es sich um ein kleine Stichprobe handelte. Obwohl eine Reihe von Fragen offen blieb, sind die Ergebnisse dieser Pilotstudie insgesamt ermutigend und entsprechen den gesetzten Schulungszielen. Es sollten Untersuchungen mit größeren Stichproben in unterschiedlichen Institutionen der medizinischen, beruflichen und sozialen Rehabilitation durchgeführt werden.

Projekt „Evaluation des Therapieerfolges im Übergangswohnheim TRIALOG“, Prof.-Dr.-Christian-Eggers-Stiftung für schizophren erkrankte Jugendliche, Essen (Homepage hier, Kontakt hier)
Das Übergangswohnheim TRIALOG in Essen wurde mit dem Ziel gegründet, jungen Menschen mit psychotischen Erkrankungen ein möglichst selbstständiges Leben außerhalb psychiatrischer Einrichtungen zu ermöglichen. Durch das partnerschaftliche Miteinander von Betroffenen, Angehörigen und therapeutischem Fachpersonal sollten junge PatientInnen in Form einer betreuten Wohngruppe darin unterstützt werden, soziale Beziehungen aufzubauen und ihren Lebensalltag in einer normalen Umwelt selbstständig zu meistern. Für jeweils zwei Jahre wohnten acht Jugendliche unter 1:1 Betreuung durch ein multiprofessionelles Team in der Wohngruppe TRIALOG. Als wissenschaftliche Begleitung und zur Kontrolle der therapeutischen Zielsetzung wurden bei Aufnahme in das Wohnprojekt sowie nach einem Jahr und bei Entlassung umfangreiche Untersuchungen durchgeführt, die psychiatrische und neuropsychologische Fragestellungen umfassten. Zusätzlich wurde der individuelle Tagesverlauf jedes Bewohners festgehalten, um den Verlauf der individuellen psychotischen Symptomatik ebenso wie die Entwicklung sozialer Fertigkeiten und Beziehungen beurteilen zu können. Die bedeutsamsten Veränderungen in der TRIALOG-Gruppe während des zweijährigen Förderzeitraums im Vergleich zur Kontrollgruppe ergaben sich in der psychopathologischen Symptomatik, im sozialen Funktionsniveau und in einigen neuropsychologischen Funktionen, vor allem in der psychomotorischen Geschwindigkeit (Zahlen-Symbol-Text) und in den Gedächtnisfunktionen bei der verzögerten Reproduktion von Texten und visuellen Darstellungen der Wechsler Memory Scale. In allen Bereichen konnten gegenüber der Kontrollgruppe signifikante Verbesserungen festgestellt werden. Keine Verbesserungen wurden erreicht in der subjektiven Lebensqualität. Alle Jugendlichen haben ausnahmslos eine positive Entwicklung genommen. Ein kleiner Teil lebt selbstständig in einer eigenen Wohnung oder bei den Eltern, konnte eine Berufsausbildung beenden oder den Schulabschluss nachholen. Da die Ergebnisse insgesamt ermutigend sind, sollen weitere Evaluationen des Projekts durchgeführt werden.

Aufwendungen in 2008 für gemeinnützige Tätigkeiten: insgesamt 2,604 Mio EUR

.